DIE BURGRUINE KIRCHSCHLAG

 

Die Burgruine Kirchschlag erzählt von einer Zeit, die mehr als 800 Jahre zurückliegt. Erbaut wurde sie von reichen, steirischen Adeligen, den Wildonern. Die einst so mächtige Burganlage war auch im Besitz anderer bedeutender Adelsgeschlechter. Da sie seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr bewohnt wurde, ist sie mehr und mehr verfallen. Heute lässt die Ruine am Schlossberg nur mehr den Glanz vergangener Tage erahnen.

 

 

  Auf diesem Bild kannst du erkennen, wie die Burg vor ungefähr 300 Jahren ausgesehen hat.  
Die Hauptburg bestand aus großen Gebäuden, die von einer wehrhaften Burgmauer geschützt wurden.
 
 
Am Hang des Schlossberges ist auch die gotische "Liebfrauenkirche", die als Burgkapelle diente, zu sehen.
 
 
Der Zugang nach Kirchschlag war nur über eine mit Wehrtürmen befestigte Brücke über den Zöbernbach möglich.

 

Stich von Georg Matthäus Vischer, 1672

 

 
Der Bergfried der Burg war über eine Lederbrücke erreichbar.
 
 
 
 
Die Befestigungsmauern (Ringmauern) umgaben auch einen Großteil des damaligen Ortes.
 
 
 
     

 

Warum wurden Burgen gebaut?

Im Mittelalter wurden Burgen erbaut um Landesgrenzen, Flüsse und Straßen zu bewachen und den Menschen Schutz vor Feinden zu geben.

 

Kennst du Teile einer Burg?
Modell der Burg von Kirchschlag

 

Wer waren die Herren der Burg und Herrschaft Kirchschlag?

Ein steirischer Adeliger, Herrand von Wildon, ließ die Burg Kirchschlag vor mehr als 800 Jahren erbauen. Durch Heirat kam sie später in den Besitz der Kuenringer. Diese tauschten nach vielen Schwierigkeiten mit den Grafen von Güssing die Herrschaft Kirchschlag gegen die von Rosenau bei Zwettl im Waldviertel. So war die Adelsfamilie der Pottendorfer der nächste Besitzer von Kirchschlag.
Vor ungefähr 500 Jahren übernahmen die damals sehr mächtigen Puchheimer Kirchschlag mit den dazugehörigen "Ländereien". Das waren Orte wie Kirchschlag, Lembach, Stang, Pilgersdorf, Ober- und Unterrabnitz und so weiter bis Schwarzenbach.
Vor mehr als 300 Jahren erbten dann die Palffys die Burg Kirchschlag. Die Fürsten von Palffy wohnten aber in Krumbach und so verfiel die Burg Kirchschlag immer mehr.
1848 wurde die Grundherrschaft der Adeligen aufgehoben und so verkauften die Palffys die damals schon verfallende Burg.
Sie wechselte danach oft den Besitzer, bis sie schließlich von der Gemeinde Kirchschlag gekauft wurde.

 

Was weißt du über das Leben der Menschen im Mittelalter?

Im Mittelalter waren die Adeligen aber auch die Kirche Grundbesitzer. Bauern und Handwerker lebten in Abhängigkeit vom Grundherren. Sie mussten Robot leisten. Das heißt für die Herrschaft, wenn es nötig war, arbeiten und den Zehent, das heißt einen Teil ihrer Ernte, abliefern.

Das Leben auf einer Burg

Der Burgherr - Graf war auf Grund seiner verschiedenen Tätigkeiten und anderen Besitzungen (z. B. Christoph von Pottendorf war Berater von Herzog Albrecht VI.) eher selten in der Burg Kirchschlag. Wenn er aber da war, gab es ein richtiges "herrschaftliches" Leben auf der Burg. Es wurde groß aufgekocht und zur Belustigung der Herrschaft spielten Spielleute manchmal auf. Im Mittelalter wurden ganz einfache Instrumente wie z. B. Lauten (so ähnlich wie eine Gitarre), Flöten und Tamburine verwendet.

 
 
 

Sonst war das Leben auf einer Burg bescheiden. Es gab keine Heizung und im Winter war es auch entsprechend kalt. Gekocht wurde in einem Kessel auf offenem Feuer, das Fleisch für die Herrschaft wurde am Spieß gebraten. Die Nahrung der Untertanen bestand meist aus Brot, Brei aus Hirse oder Erbsen, Hafermus, Milch und Käse. Fleisch gab es nur sehr selten.

(Bilder aus "Vom Leben der Ritter" J&V 1999)

 

 

Welchen feindlichen Bedrohungen waren die Burg und die Herrschaft Kirchschlag ausgesetzt?

Der Ort Kirchschlag gilt schon seit dem Mittelalter als "Granizfeste" gegen die aus den Osten durch das Zöberntal kommenden Feinde.

Im Laufe seiner Geschichte wurde er oft von feindlichen Heeren heimgesucht, so z. B. 1250, 1254, 1271 und 1482 von den Ungarn, 1532 und 1683 von den Türken, 1605 von den Haiduken, 1621 von den räuberischen Horden des Gábor Bethlem, einem ungarischen Aufständischen und 1703 von den Kuruzzen.

 

 

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